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| Was ist eine Listenverbindung? | |
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Listenverbindung
– dieser Begriff tauchte immer wieder bei den
Nominierungsversammlungen für die Stadtratswahl auf. Dabei handelt
es sich aber nicht um eine Koalitionsaussage oder um eine gemeinsame
politische Linie von Wählergruppen und Parteien. Eine
Listenverbindung kann aber Vorteile bei der Verteilung der Stadtratssitze bringen. Um diese Vorteile besser zu
Verstehen muss man ein wenig über das Sitzverteilungsverfahren wissen. | |
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| D´Hondtsches Höchstzahlverfahren | |
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Bei
Kommunalwahlen wird in Bayern das d´hondtsche Höchstzahlverfahren
verwendet. Die Zahl der erhaltenen Stimmen einer Partei werden dabei
nacheinander durch eine aufsteigende Folge natürlicher Zahlen (1, 2,
3, 4, 5, ......., n) geteilt. Die bei der Teilung erhaltene Zahl wird
zu einer ganzen Zahl abgerundet (z. B. 532,7 ergibt 532). Als Basis
für die Teilung wird dabei immer die ursprüngliche
Stimmenanzahl herangezogen. Die
Höchstzahlen werden danach absteigend nach ihrer Größe sortiert.
Die so ermittelte Reihenfolge gibt die Vergabereihenfolge der Sitze
an. Es finden so viele Höchstzahlen Berücksichtigung wie Sitze im
Kommunalparlament zu vergeben sind. Bei der Sitzverteilung nach dem D´Hondt-Verfahren werden große Parteien gegenüber kleinen Parteien / Wählergruppen bevorzugt. Beispiel 1:
Für einen Gemeinederat sind 8 Sitze zu vergeben. Angetreten zur Wahl
ist Partei A, Partei B, Partei C und Partei D. In der linken Tabelle
ist das Verteilungsverfahren, wie oben beschrieben zu sehen. Die Zahl
in der Klammer zeigt die Reihenfolge der Höchstzahlen an. Die rechte
Tabelle zeigt das Wahlergebnis an. | |
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| Welche Vorteile bringt eine Listenverbindung? | |
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Den Vorteil einer Listenverbindung erkennt man am Besten am folgendem Beispiel 2: Für einen Gemeinederat sind 8 Sitze zu vergeben. Angetreten zur Wahl ist Partei A, Partei B, Partei C und Partei D. Die Anzahl der Stimmen ist identisch mit dem vorigen Beispiel. Die Parteien B, C und D sind eine gemeinsame Listenverbindung
eingegangen. Jetzt wird bei der Sitzverteilung im ersten Schritt
die in der Listenverbindung enthaltene Parteien wie eine einzige Partei behandelt und die Anzahl der Sitze
bestimmt.  
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Durch die Listenverbindung hat Partei A nun
einen Sitz verloren. Dieser Sitz kommt der Listenverbindung zu Gute. Nun
müssen noch die Sitze der Parteien der Listenverbindung
berechnet
werden. Hierzu wird das Höchstzahlverfahren einfach auf die
Listenverbindung angewendet. Dann steht das Endergebnis fest. Rechts
sehen wir den Vergleich zwischen Beispiel 1 (ohne Listenverbindung) und
Beispiel 2 (mit Listenverbindung). Damit sollten die Vorteile einer
Listenverbindung, vor allem für kleinere Parteien klar sein.
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| Stadtratswahl 2008 | |
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Auch bei der Wahl am 02. März 2008, die für ungültig erklärt wurde,
gab es Listenverbindungen, die einen Einfluss auf die Sitzverteilung
hatten. Folgende Wahlvorschläge waren damals miteinander verbunden:
FWF, UBL, BLF, FL, FDP, BFF
Die
Tabelle zeigt die Sitzverteilung der Stadtratswahl 2008. Die rechte
Spalte zeigt die Sitzverteilung, wie sie ohne die Listenverbindungen
gewesen wäre. Durch die Listenverbindungen haben CSU und SPD je einen
Sitz verloren. Die FWF und die BLF haben je einen Sitz gewonnen. | |
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| Stadtratswahl 2009 | |
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Auch bei der Stadtratswahl am 27. September 2009 gibt es wieder
Listenverbindungen. Folgende Wahlvorschläge sind
miteinander verbunden:
Eine
Listenverbindung der kleineren Parteien und Wählergruppen ist nur noch
eingeschränkt zu Stande gekommen. Dadurch werden die kleinen Parteien /
Wählergruppen allerdings geschwächt und die großen Parteien werden
davon profitieren.
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| Zusammenfassung | |
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Bei einer Listenverbindung handelt es sich nicht um eine
Koalitionsaussage oder um eine gemeinsame politische Linie von
Wählergruppen und Parteien. Eine Listenverbindung ist eine
Möglichkeit für kleinere Parteien gemeinsam zusätzliche Sitze im
Kommunalparlament zu erhalten. Große Parteien hingegen profitieren
kaum von Listenverbindungen. | |
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