Haben für Diskussionen auch außerhalb des Bauausschusses gesorgt: die Pläne für diesen Imbiss.

Was Bürgermeister Eichstetter zur Debatte um einen Dönerimbiss und andere Problemzonen in Füssen sagt.

In der „Schandfleck“-Debatte um einen Dönerimbiss in der Luitpoldstraße hat Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter jetzt klar Position bezogen. Er wolle hier nicht von einem Schandfleck reden. Der Rathaus-Chef sieht für diesen Bereich am Rand der Altstadt vielmehr große Chancen: „Wir können von Glück reden, dass wir einen Käufer haben, dem die Stadt am Herzen liegt und der bereit ist, hier zu investieren.“

Der neue Besitzer und die Imbissbetreiber wollen das gesamte Areal attraktiver gestalten. Im Bauausschuss forderte man dazu jedoch konkretere Pläne, die aktuelle Situation wurde als „Schandfleck“ bezeichnet (unsere Redaktion berichtete). Um eine gute städtebauliche Lösung am Eingang zur ehemaligen Rex-Passage zu erzielen, plädierte Magnus Peresson (UBL) dafür, Stadtentwicklerin Annegret Michler in den Prozess einzubinden. Ist sie längst, sagt Bürgermeister Eichstetter, der an dieser Sitzung des Bauausschusses nicht teilgenommen hatte: „Frau Michler war und ist hier involviert.“ Der Rathaus-Chef hätte bei Teilnahme an der Sitzung wohl versucht, die Debatte im Ausschuss mit einem positiveren Grundtenor zu führen. Denn nach Vorgesprächen mit dem neuen Eigentümer ist er froh, dass dieser das Areal aufwerten will.

Ein Blick zurück in die vergangenen Jahre: Mal ein kleiner Platz in der Fußgängerzone, dann ein Haus in der Hinteren Gasse, mal ein Spielplatz und selbst der historische Bahnhof, den etliche Füssener vergebens zu erhalten hofften – die Kommunalpolitiker sind schnell dabei, Gebäuden und Anlagen das Etikett Schandfleck aufs Auge zu drücken. Zuletzt also traf es den Dönerimbiss in der Luitpoldstraße. Nach unserer Berichterstattung wurde in sozialen Netzwerken eifrig darüber diskutiert, ob es nicht noch schlimmere Schandflecke in der Stadt gebe. Einige Beispiele wurden auch genannt.

Stadt kann das Gespräch suchen

Was ist mit anderen, eher problematisch einzustufenden Gebäuden in der Stadt? Von Schandflecken will der Bürgermeister nicht reden, er verweist lieber auf „sanierungsbedürftige Gebäude“. Die Kommune könne bei Privatbesitz nicht von sich aus aktiv werden, sagt Eichstetter. Man könne nur mit den Eigentümern kommunizieren und nach Lösungen suchen – eine Erfolgsgarantie gebe es aber nicht.

Erfolgversprechender sind da die Möglichkeiten, die sich durch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) bieten. Wie mehrfach berichtet, hat Füssen ein kommunales Förderprogramm aufgelegt für Gebäude in den Sanierungsgebieten Altstadt und Westliche Innenstadt. Ob es nun um die Fassade geht, die Dachsanierung, barrierefreie Zugänge oder andere Arbeiten, die sich mit den Sanierungszielen decken: Die Kommune fördert dies mit maximal 30.000 Euro, bei Geschäftsflächen können zusätzliche Fördermittel von 10.000 Euro beantragt werden. Hierfür gebe es eine Reihe von Anfragen, sagt Eichstetter. Dank der Unterstützung aus der Städtebauförderung könnte es in den kommenden Jahren bei einigen sanierungsbedürftigen Gebäuden zu Verbesserungen kommen.

Bericht: Heinz Sturm, AZ Füssen
Foto: Benedikt Siegert, AZ Füssen

Wir danken der AZ Füssen für die freundliche Überlassung des Beitrages.

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