Chronik des Vereins

die Chronik von Füssen-Land

Die Ankündigung, dass die Gemeinden Hopfen am See und Weißensee im Zuge der Gemeindegebietsreform ab dem 1. Mai 1978 zur Stadt Füssen eingemeindet werden, erregte bei den Bürgern großes Aufsehen.

Viele Bürger waren der Meinung, dass die Belange der beiden Gemeinden nicht mehr in angemessenem Rahmen gehört werden. Die Klage der beiden Gemeinden beim Verwaltungsgericht wurde zurückgewiesen, auf eine weitere Normenkontrollklage wurde aber verzichtet.

Am 24. Januar 1978 führten die Wählergruppe Hopfen am See und die Wählergruppe Weißensee gemeinsam eine Versammlung zur Bewerberaufstellung für den Füssener Stadtrat durch. Besonders zu erwähnen ist, dass diese Versammlung auf neutralem Boden, nämlich im Gasthaus Wiesbauer auf Hopferauer Flur durchgeführt wurde. Nur durch Zusammenarbeit der beiden Gruppen sah man die Möglichkeit Vertreter in den Stadtrat zu bringen. So kann dieser Tag als Geburtsstunde von Füssen-Land bezeichnet werden.

Unsere politische Geschichte in Wahlperioden

Bei der Kommunalwahl 1978 traten 12 Bewerber an. Es wurden sieben Wahlveranstaltungen durchgeführt. Dass diese Wählergruppe in Füssen Ernst genommen wurde, beweist die Tatsache, dass bei den Wahlveranstaltungen von Füssen-Land immer Vertreter der Stadt zugegen waren um die weitere Entwicklung zu beobachten.

Letztendlich zogen mit Alfred Keller und Gebhard Bilger zwei Kandidaten von Füssen-Land in den Stadtrat ein. Nach einem Jahr Stadratsarbeit musste Alfred Keller feststellen, dass so eine bürgerfreundliche Verwaltung wie vor der Eingemeindung in Weißensee und Hopfen nicht mehr existiert. Außerdem warf Füssen-Land dem damaligen Bürgermeister Wanner mangelndes Interesse an den Ortsteilen vor.

Wichtige Themen, die in dieser Zeit im Stadtrat behandelt wurden, waren der Autobahnbau, Errichtung eines Kinderspielplatzes im Strandbad und unser Kampf gegen den Zweitwohnungsbau.

Bei der Wahl 1984 traten wir mit 24 Kandidaten zur Stadtratswahl an. Als besondere Wahlkampfaktion fuhr Füssen-Land mit dem Pferdegespann in der Fußgängerzone vor. Zudem bat uns die Bayernpartei um Unterstützung bei der Bürgermeisterwahl, aber Füssen-Land blieb parteilos und unabhängig.

Gebhard Bilger und Alfred Keller gelang erneut der Einzug in den Stadtrat. Leider konnten die beiden den Aufstellungsbeschluss für das Eschacher Baugebiet nicht verhindern. Damit trat ein was Füssen-Land befürchtete, dass Hopfen am See und Weißensee hauptsächlich als Füssener Baugebiete dienen.

Der Bau der Autobahn 7 beschäftigte die Füssen-Land Vertreter sehr stark in diesen Jahren. Gebhard Bilger forderte einen besseren Lärmschutz zwischen Weißensee und dem A7- Grenztunnel. Alfred Keller machte sich Sorgen, dass Oberflächenwasser von der Autobahn den Hopfensee stark belasten werde.

1990 gelang Gebhard Bilger und Alfred Keller zum dritten Mal der Einzug in den Stadtrat. Alfred Keller trieb die Ufersanierung am Hopfensee voran. Gebhard Bilger warf Bügermeister Wengert vor mit dem Geld des Bürgers nicht zu knausern z. B. beim Tiefgaragenbau der Sparkassse. Ein weiteres Beispiel war die Füssener Kurkapelle, die meist vor leeren Rängen spielte und eine Stange Geld verschlang. Sie wurde auf Antrag von Füssen-Land abgesetzt.

Des weiteren forderten wir Geh- und Radwege nach Füssen. Außerdem sollen Wiedmar, Roßmoos und Oberkirch an die Kanalisation angeschlossen werden und in Weißensee soll ein Feuerwehrhaus errichtet werden.

1996 kandidierte Alfred Keller nach 18 Jahren im Stadrat nicht mehr. Gebhard Bilger wurde als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. Er wurde von Füssen-Land, CSU, FDP, Bürgerblock und den Freien Wählern unterstüzt. Leider verhinderte eine Krankheit seine Kandidatur.

Trotzdem wurde die Wahl 1996 zu einem großen Erfolg für unsere Wählergruppe. Erstmals erhielt Füssen-Land drei Sitze im Stadtrat und wurde drittstärkste Fraktion. Neben Gebhard Bilger, der zum Dritten Bürgermeister gewählt wurde, zogen noch Herbert Dopfer und Georg Fischer in den Stadtrat ein.

Die wichtigste Aufgabe damals war ein Weg aus der Finanzmisere zu finden. Zu hohe Personalkosten, Defizite bei Kurhaus und Hallenbad und jahrelange Geldverschwendung stellten ein gewaltiges Problem dar. Haushaltexperte Herbert Dopfer machte deutlich, dass Füssen-Land den neuen Haushalt nicht mittragen kann.

Es gab aber auch ein erfreuliches Thema: Endlich konnte für die Weißenseer Feuerwehr ein Gerätehaus errichtet werden. Im Jahr 2000 wurde es eingeweiht.

Bei der Stadtratswahl 2002 verlor Füssen-Land wieder einen Sitz und kam leider nur wieder auf zwei Sitze. Neben Herbert Dopfer zog auch Gabriel Guggemos in das Kommunalparlament ein. Seither haben die beiden wieder die gleichen Aufgaben erfüllt wie die Vertreter von Füssen-Land all die Jahre davor: Unterstützung der Landwirtschaft; Förderung von örtlichem Gewerbe; Sparen und den sinnvollen Einsatz von Steuergeldern.

Am 28. Juni 2003 feierte Füssen-Land sein 25jähriges Jubiläum. Es fand nach der Messe eine kleine Feier im Zelt neben dem Pfarrhaus in Hopfen am See statt. Nach einem kurzen Rückblick auf die Tätigkeiten im Stadtrat wurde die Notwendigkeit von Füssen-Land um die Belange der Bürger zu vertreten, nochmals deutlich herausgestellt. Die Dritte Bürgermeisterin Anni Derday überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Dabei betonte Sie die Bedeutung der Parteiunabhängigkeit in der Kommunalpolitik und bescheinigte den beiden Stadträten große Sachlichkeit.

Außerdem konnte Gebhard Bilger für 24 Jahre Stadtrat, davon 6 Jahre als Dritter Bürgermeister, Alfred Keller für 18 Jahre Stadtrat und Georg Fischer für 6 Jahre Stadtrat geehrt werden. Die beiden Vertrauensleute Herta Zinss und Jakob Weimper erhielten kleine Erinnerungsgeschenke.

2006 stellte die Feuerwehr Weissensee einen Eilantrag zur Anschaffung eines neuen Löschfahrzeug. Herbert Dopfer stellte im Stadtrat klar, dass die notwendigen Geldmittel für dieses Fahrzeug, trotz klammer Kassen, aufgebracht werden können. Der Antrag wurde schließlich durch den Stadtrat genehmigt.

Herbert Dopfer und Gabriel Guggemos wurden 2008 als Stadträte wiedergewählt. Die Wahl von 2008 musste, wegen Formfehler bei der Nominierung der Kandidaten des Füssener Bürgerblocks, im September 2009 wiederholt werden. Die wiederholte Wahl brachte für die Füssen-Land-Fraktion keine Änderung.

Gabriel Guggemos arbeitete in dieser Wahlperdiode in der Spielplatz- und in der Fahrradgruppe des Stadtrates mit. Außerdem kritisierte er wiederholt das überhöhte Kulturbugdet der Stadt Füssen. Herbert Dopfer setzte sich weiterhin für den Schuldenabbau an.

Zur Wahl 2014 landete Füssen-Land mit seinen Bauzaunplakaten einen großen Werbecoup.

Der Erfolg blieb nicht aus.

Zum zweiten Mal nach 1996 zogen drei Kandidaten von Füssen-Land in den Stadtrat ein. Neben Herbert Dopfer und Gabriel Guggemos wurde auch Bernhard Eggensberger zum Stadtrat gewählt.
Im Frühjahr 2017 trat Gabriel Guggemos aus privaten Gründen als Stadtrat zurück. Sein Nachfolger wurde Christian Schneider.