Das bisherige Tourismusbüro in Hopfen am See.

Wie geplant schließt am 1. November das Tourismusbüro in Hopfen. Geplant ist eine Neueröffnung im Frühjahr in den neuen Räumen im Haus Hopfensee. Der Stadtrat hat sich im April 2021 bei zwei Gegenstimmen für die Umsiedlung des Büros ins Haus Hopfensee entschieden.  Das Thema wurde bei Füssen Land lange diskutiert, unter anderem wurde auch eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Das Ergebnis war eine klare Mehrheit für den Umzug ins Haus Hopfensee.

Die Sachlage war folgendermaßen:

  1. Ein Verbleib der Touriinfo an der Uferstraße bedeutet: mehr „Zufalls-Laufkundschaft“ gerade von Gästen die außerhalb Hopfens Urlaub machen und am See flanieren, was theoretisch die Gäste von morgen sein könnten.
  2. die Hopfener Vermieter haben (historisch begründet) die Angst, dass die Touriinfo in Hopfen komplett geschlossen wird, den Umzug ins Haus Hopfensee sehen einige als geplanten Schritt in diese Richtung (die Kundenfrequenz nimmt dadurch ab, was eine Komplettschließung begründet)
  3. keine zusätzliche Investition im Haus Hopfensee zur Schaffung eines geeigneten Büros (einfach nur einen Schreibtisch in die Garderobe stellen ist ja keine Option)

Der Umzug ins Haus Hopfensee hat Vorteile für:

  1. die Gäste, da eine bessere Parkmöglichkeit besteht,
  2. das Haus Hopfensee, da hier evtl. eine höhere Gästefrequenz erreicht werden kann,
  3. uns Hopfener, da das Haus dadurch „Systemrelevant“ wird, es war ja gerade wieder die Diskussion das Haus „Bestimmungsfern“ meistbietend zu vermieten oder evtl sogar zu verkaufen
  4. FTM,  da das Büro an der Uferstraße für 2 – 3 Beschäftigte konzipiert ist,  für 1 Person daher zu groß und in der Miete zu teuer ist.
  5. die Gäste in Hopfen, da durch den Umzug evtl. eine Auflösung des Touri Büro in Hopfen verhindert werden kann.

Es war eine großteils sehr konstruktive Debatte, Stefan Fredlmeier von FTM hatte über folgenden Sachverhalt aufgeklärt:

Das Büro wird hauptsächlich von drei Besuchergruppen frequentiert:

  1. Urlauber die Beratung und Information wünschen. Diese werden zu dieser Beratung auch den Standort Haus Hopfensee aufsuchen und dort alles bekommen, vielleicht sogar noch effizienter und aufgrund der vorhandenen Stellplätze in einem verbesserten Rahmen.
  2. Gastgeber/Vermieter die ebenfalls zur Beratung und Information das Büro aufsuchen. Auch dies kann aufgrund der besseren Parksituation am Haus Hopfensee besser geschehen.
  3. Tagesgäste die sich in Hopfen aufhalten und das Büro aufsuchen, da es Infomaterial gibt und das Büro eben optisch so präsent ist.  Diese Besucher werden zum Großteil nie Gäste unserer Vermieter werden, sie nutzen die Touri-Info eher als „walk in“ weil‘s halt so „schön vor der Nase liegt“, ähnlich dem Bummeln durch Geschäfte ohne Kaufabsicht. Durch die große Anzahl dieser Besucher wird z.T. die Beratung der ersten beiden Besuchergruppen erschwert.

Weiter führte er an, dass die Entwicklung der digitalen Information gerade auch durch die ganze Coronaproblematik derzeit sehr schnell voranschreitet. Das heißt u. A., das der Verlust der Besuchergruppe „Tagestourist“ keinen direkten Verlust oder Nachteil für die Hopfener Vermieter darstellt, eher den Vorteil mit sich bringt, dass die Vermieter in dieser Phase besser betreut werden können.

Der Grundgedanke bei dieser Entscheidung war, dass das Tourist-Informations-Büro in Hopfen noch weiterhin erhalten wird und das Haus Hopfensee weiterhin in seiner Funktion gesichert ist.  Auch die Entscheidung einen Dorfladen (Schwerpunkt Vermarktung regionaler Produkte) als Nachnutzung im Gebäude an der Uferstraße zu installieren ist sicherlich eine sehr wichtige Zukunfstentscheidung.  Die öffentliche Ausschreibung hierzu hat die Sennerei Lehern gewonnen. Deren Konzept lautet: Milch und Käseprodukte aus Lehern (vom westlichen Ufer des Hopfensees), Eier und Fleisch von Hopfener Landwirten, Backwaren aus Weizern und Hopferau – also alles sehr regional.

Die Aussage von Füssen Tourismus, das Tourismusbüro erst im Frühjahr zu eröffnen schürt natürlich bei manchen Hopfenern Vermieter die Angst, das Büro öffnet evtl. nie wieder. Die Gründe für eine Eröffnung im Frühjahr sind aber grundsätzlich nachvollziehbar:

  • Zeit für den Umzug,
  • in den Räumen im HH ist derzeit noch das Coronatestzentrum untergebracht,
  • der Bedarf eines Büros im Herbst/Winter ist jedes Jahr geringer als im Sommer/Frühjahr

Die Stadträte von Füssen Land sehen die sehr skeptisch und werden die Entwicklung selbstverständlich genau verfolgen.

Es gilt auf jeden Fall zu verhindern, dass das Toursimusbüro in Hopfen für immer geschlossen bleibt.

Ihr/euer Bernhard Eggensberger

Bericht: Bernhard Eggensberger, Füssen Land e.V.

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